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Spion Bewohnt

Spannend bis kriminell

Unsere Arbeit hat sich gelohnt: Die Löcher der Wildbienen-Nisthilfe sind zum Teil versiegelt und offensichtlich angenommen worden. Auch im Spion entdecken wir eine Reihe Larven! Das ist besonders spannend zu beobachten. Die hinteren Larven sind bereits größer als die vorderen. Die Trennwände zwischen den Brutkammern sind eindeutig erkennbar, ebenso die Pollen, die Mama Wildbiene als Proviant zum Ei dazu gelegt hat.

Wenn wir Glück haben, können wir im Laufe der Zeit beobachten, wie die Larven wachsen und sich verpuppen. Im nächsten Frühjahr werden dann die Imagos schlüpfen. Bei Naturbeobachtungen ist oft Geduld gefragt!

Die Gefahren für Wildbienen im Ei- und Larvenstadium sind zahlreich – neben Pilzen sind Spinnen und „hinterhältige“ Artgenossen ein Hauptproblem. Bei der Recherche fühle ich mich plötzlich wie in einem Wildbienen-Krimi…

Besonders trickreiche Feinde sind die Kuckucksbienen, die andere Arten beim Nestbau beobachten und im richtigen Moment ihre Eier zu den anderen dazu legen. Nach dem Schlupf fressen die Kuckucksbienenlarven die anderen auf und entwickeln sich prächtig in der Niströhre.

Die Wegwespen ticken unterschiedlich, aber ein Großteil füttert seine Larven mit Spinnen oder Blattläusen. Die Weibchen mancher Arten lähmen eine Spinne und legen ihr Ei in sie hinein. Die Larve frisst dann die Spinne von innen her auf. Gruselig!

Andere betäuben eine Spinne und legen sie zu ihrer Brut als „Jause“. Wieder andere klauen die Beute von anderen Wegwespen und füttern ihre Larven damit – zurecht werden sie als „Kleptoparasiten“ bezeichnet.

An dieser Stelle einen lieben Dank an Wolfi Bacher für die Hilfe bei der Insekten-Bestimmung!

Da ich langsam wieder in die Außenwelt zurückkehre und der fröhliche Ruf der Arbeit wieder hörbar ist, werde ich in Zukunft einmal wöchentlich oder bei aktuellem Anlass bloggen.