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Alpensalamander 02

Salamander spezial

Es regnet in Strömen. Und wir sind schon bald nass bis auf die Haut, weil wir einige Alpensalamander mitten auf dem Weg entdeckt haben. Das geht gar nicht, viel zu gefährlich, die müssen sofort gerettet werden! entscheiden Leo und Gabriel ohne zu zögern.

Und so verbringen wir den Abend damit, die schwarz glänzenden Schönheiten vorsichtig vom Asphalt ins Grüne zu bugsieren. „Nur mit nassen Händen!“ bekomme ich schon vor dem Ärmel hochschieben das zweistimmige Echo meiner eigenen Worte entgegengerufen. Meine Naturpädagogik-Mantras werden von den beiden häufig mit reinem Schweigen beantwortet – umso erfrischender ist es für mich jetzt, dass mir meine Worte wie aus einer unterirdische Quelle nach langer Zeit plötzlich wieder entgegen sprudeln!

Salamandra atra, Regenmännchen, im Lechtal Dattermandle genannt: Ich gebe zu, dieser Lurch mit den rätselhaften, tiefschwarzen Augen hat absoluten Lieblingstier-Status bei mir. Er führt ein heimliches Leben, liebt den Regen und wirkt bei allen seinen Taten absolut tiefenentspannt.

Er ist dazu in mehrfacher Hinsicht ein absoluter Sonderfall unter den Amphibien: Alpensalamander sind auf feuchte Lebensräume im Gebirge spezialisiert, kraxeln gern oberhalb der Baumgrenze und sind geologisch viel lieber im Kalk als im Kristallin unterwegs. Deshalb kommen sie in manchen Regionen häufig, in anderen gar nicht vor.

Hier die Top 4 der Alpensalamander-Specials:

  1. Sie sind lebendgebärend (vivipar), legen also keine Eier.
  2. Die Weibchen können die Samen nach der Paarung in einer sogenannten Spermathek für zwei Jahre befruchtungsfähig frisch halten.
  3. Die Kiemen haben sich bereits vor der Geburt zurückgebildet und die Jungen sind sofort an Land lebensfähig. Alpensalamander brauchen daher gar kein Gewässer, um sich fortzupflanzen!
  4. Sie haben die längste Tragzeit aller Wirbeltiere: Zwei bis drei Jahre sind je nach Höhenlage des Lebensraums eine übliche Schwangerschaftsdauer. Es können in extremen alpinen Lagen auch mal vier, fünf Jahre werden (Oh je…das ist keine schöne Vorstellung für mich). Ein bis zwei Junge werden vom Weibchen ausgetragen und zur Welt gebracht.

Die Salamander können ein giftiges Sekret über ihre Drüsen abgeben, das sie sehr wirksam vor Fressfeinden schützt – nach der Rettungsaktion folgt also mein übliches Mantra „Hände waschen“…