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„durch den Stein schauen“

Beitragsserien: Geologie FAST

Dr. Diethard Sanders, Leiter des Geologie Instituts der Universität Innsbruck, entführte die Schüler_Innen der NMS Reutte, Wörgl und Zirl sowie der VS Vills, Reutte und Zell in die faszinierende und bunte Welt der Gesteinsdünnschliffe. Aber neben ihrer Schönheit, sind es vor allem die vielen Informationen in den Gesteinen, die sie für Wissenschaftler_Innen so interessant machen. Denn Gesteine verraten uns viel über die Zusammensetzung unseres Planeten und über das Leben aus längst vergangenen Zeiten.

Um aber zu den Informationen in den Gesteinen zu kommen, sind einige zum Teil aufwendige Schritte nötig, die die Schüler_Innen kennenlernten. So zeigte der Institutsleiter den Kindern, dass zu Beginn ein kleiner Klotz aus dem Gestein, dass untersucht werden soll, herausgeschnitten wird.

Eine Seite dieses Klotzes muss nun sehr glatt geschliffen werden. Um hier eine möglichst makellos, glatte Fläche zu erzeugen, wird mit speziellen Schleifpulvern in unterschiedlicher Körnung gearbeitet.

Die somit erzeugte glatte Fläche des Gesteins-Klotzes wird dann mit einem transparenten Kleber auf eine Glasplatte geklebt.

Mit einer Spezialsäge wird das Gestein ganz knapp über der Glasplatte abgeschnitten und anschließend mit einer schweren Schleifscheibe auf eine Dicke von 25-30 µm abgeschliffen.

Das Gestein ist nun so dünn, dass es lichtdurchlässig ist.

Nach dem Rundgang durch die Laborräume in denen die Dünnschliffe angefertigt werden, kam nun endlich der Moment in dem die Schüler_Innen „durch den Stein schauen“ konnten. Leuchtende grüne und rote Körnchen, seltsam gemusterte Gebilde und Formen die an kleine Schnecken erinnern, sprangen den Schüler_Innen sofort ins Auge.

   

Mit Hilfe von Dr. Diethard Sanders wurden die vielen Körnchen und schönen Strukturen bestimmt und identifiziert. So enthielten einige Gesteinsdünnschliffe Moostierchen, die wichtige Kalkbildner sind, Rotalgenfragmente oder Teile von Seeigeln, Korallen und Muscheln.

Aufgrund dieser Zusammensetzung war es den Kindern dann möglich, auf die damaligen Bedingungen auf unserer Erde zu schließen. So untersuchten die Schüler_Innen neben Gesteinen aus dem Mittelmeer, Dünnschliffe von den Pyrenäen oder der Nordkette.